Symposium 2006: Medien im Bildungswesen
Brig/Bern, 13. Dezember 2006 - Der hohe Stellenwert und das erst teilweise ausgeschöpfte Potenzial Neuer Medien und Informations- und Kommunikationstechnologien (ICT) sind auch im Bildungswesen unbestritten. Nationale Impulsprogramme haben unter anderem dazu beigetragen, die Kompetenz der Lehrpersonen in der Nutzung von Medien und ICT im Lehr- und Lernbetrieb weiter zu entwickeln. Nach Ablauf dieser Impulsprogramme müssen die Anstrengungen jedoch weitergehen, um die getätigten Investitionen zum Vorteil des Bildungs- und Forschungsstandortes und zum Nutzen einer Informations- und Wissensgesellschaft in der Schweiz umzusetzen.
Unter dem Patronat der Schweizerischen Koordinationskonferenz ICT und Bildung SKIB und dank der engagierten Mitwirkung einer prominenten Trägerschaft wurde am 9. und 10. November 2006 das Symposium 2006 Medien im Bildungswesen in Bern erfolgreich durchgeführt.
Im Rahmen des Impulsprogramms Public Private Partnership – Schule im Netz (PPP-SiN) konnten die Schweizer Schulen in den letzten Jahren von günstigen Bedingungen profitieren, um sich systematisch mit Informatikmitteln und Breitbandanschlüssen auszurüsten. Gleichzeitig wurden die Lehrpersonen auf den Einsatz neuer Medien und Informations- und Kommunikations-Technologien (ICT) gezielt vorbereitet und in deren Nutzung intensiv geschult. Mit einem weiteren Impulsprogramm, Swiss Virtual Campus (SVC), wurden die Hochschulen bei der Entwicklung elektronischer Lehr- und Lerninhalte unterstützt.
Parallel dazu haben in der SSAB gruppierte Organisationen, unter ihnen SF und Radio DRS, Projekte lanciert, um dem Bildungsbereich audiovisuelle bzw. digitalisierte Medien und Inhalte zu erschliessen und über elektronische Plattformen und Kanäle zur Verfügung zu stellen. Gleichwohl klaffen in der Versorgung der Schulen mit hochwertigen und stufengerecht didaktisch aufbereiteten Inhalten noch empfindliche Lücken.
Nachhaltigkeit sicherstellen
Mit seinen sechs thematischen Workshops und den Beiträgen, Präsentationen und Referaten im Plenum hat das Symposium eindrücklich aufgezeigt, wie wichtig und dringend die Weiterführung des Dialogs in diesem Bereich für alle Beteiligten ist, wie Statements aus den Workshops aufzeigen:
„Die Entwicklung von Medienkompetenz bei den Lehrenden ist eng verbunden mit dem Medienprofil einer Ausbildungsinstitution. Diese müssen in vielen Fällen noch erarbeitet werden. Zudem ist im Rahmen von Aus- und Weiterbildungsmassnahmen die individuelle Mediensozialisation der Teilnehmenden zu berücksichtigen, und es sind angepasste Konzepte zu entwickeln.“
„Um eine glückende Implementierung der neuen Medien und von eContents in den Unterricht zu erreichen, bedarf es neben vieler Voraussetzungen und Rahmenbedingungen (Bildungspolitik, Wille zur Finanzierung, Lehrplan Medien/ICT, Infrastruktur usw.) eines Medienbildungskonzeptes vor Ort.“
„Lehrende und Lernende benötigen ein Framework, mittels welchem didaktische Konzepte und Lernszenarien unter Nutzung Neuer Medien, digitalisierter Inhalte und ICT entwickelt und praktisch umgesetzt werden können. Für dessen Bereitstellung und Validierung sind Bund und Kantone in die Pflicht zu nehmen.“
Stärkere Kooperation und Vernetzung als Ziel
Aber auch die Erweiterung, Vertiefung und Vernetzung der Themenbereiche konnte erreicht werden. Die Akteure sind aufgerufen, noch stärker als bisher zu kooperieren und Innovationen gezielt zu fördern. Durch die rasche und konsequente Umsetzung und Unterstützung neuer Lehr- und Lernszenarien, die gezielte Ausbildung künftiger Lehrpersonen an pädagogischen Hochschulen und dank generischer Frameworks (Konzepte, Instrumente, Prozesse, Services) werden sich neue Medien, Inhalte und Technologien im Bildungsalltag weiter durchsetzen.
Das Themenspektrum ist vielschichtig, und die Probleme sind subtil. Innovative Lösungen sind für den schweizerischen Bildungs- und Forschungsstandort von fundamentaler Bedeutung, soll er sich im internationalen Vergleich auf diesem potenzialträchtigen Gebiet behaupten.
Ein gemeinsames Verständnis, ein nachhaltig wirkendes Programm und eine professionelle Führung sind daher ebenso unabdingbar wie Freiräume für Entwicklungen, Kooperation und Koordination der zahlreichen Akteure und bereits vorhandenen Kompetenzzentren sowie der Einbezug der Kontexte von Lehrenden und Lernenden ausserhalb der Bildung (Familie, Beruf, Gesellschaft etc.).
Die Ergebnisse des Symposiums 2006 haben die Erwartungen der Teilnehmenden und Veranstalter weitgehend erfüllt und ermutigen das Patronat und die Trägerschaft, den Zyklus fortzusetzen. Mit Spannung dürfen wir den weiteren Umsetzungsschritten und vor allem dem Symposium 2007 entgegenblicken. Dieses wird am 15. und 16. November 2007 in Bern stattfinden.
Weitere Informationen
Interessierte sind eingeladen, die Befunde, Empfehlungen und Aktionsvorschläge der sechs Workshops zu den Themen Zugang, Medienkompetenz, Organisations- und Schulentwicklung, Valorisierung, Observatorium sowie Plattformen und Services zu studieren und ein Feedback abzugeben.
Die Dokumentation zum Symposium 2006 steht unter der Adresse http://educanet2.ch/symposium zum Download bereit.
Für Fragen und Kommentare zum Symposium 2006 stehen die Leiter der Workshops zur Verfügung:
Zugang zu elektronischen Lehr- und Lernressourcen
Jean-Luc Barras, Institut suisse des médias pour la formation et la culture educa.ch
Jean-Luc.Barras@educa.ch
Medienkompetenz von Lehrenden
Barbara Brunner und Per Bergamin, IFeL – Institut für Fernstudien- und eLearningforschung per.bergamin@ifel.ch, barbara.brunner@ifel.ch
e-content: Das neue Leitmedium für die Schule?
Hansjörgen Mosimann und Alexander Schroeter, PHBern, Institut für Bildungsmedien
hansjoergen.mosimann@phbern.ch und alexander.schroeter@phbern.ch
Valorisierung von Medienproduktionen für den Unterricht
Christian Georges, CIIP Conférence intercantonale de l’instruction publique de la Suisse romande et du Tessin
Christian.Georges@ne.ch
Observatorium digitale Bildungsmedien
Fritz Wüthrich, Schweizerische Konferenz der kantonalen Erziehungsdirektoren EDK
fritz.wuethrich@edk.ch
Plattformen und Services für neue Bildungsmedien
Markus Fischer, ICTswitzerland / Schweizerische Akademie der Technischen Wissenschaften SATW
markus-fischer@bluewin.ch



