FFHS lanciert Frauenklasse in der Informatik
Brig/Zürich, 28. März 2012 – In der Schweiz ist der Frauenanteil in Informatikberufen nach wie vor sehr tief. Um dies zu ändern bietet die Fernfachhochschule Schweiz (FFHS) in den Bachelor-Studiengängen Informatik und Wirtschaftinformatik neu eine reine Frauenklasse an. Das soll die Eintrittsschwelle weiter senken.
Die FFHS verzeichnet in den technischen Studiengängen wie alle übrigen Hochschulen einen tiefen Frauenanteil. Während im Bachelor-Studiengang Betriebsökonomie 43 Prozent Frauen sind, liegt dieser Anteil in der Informatik und Wirtschaftsinformatik deutlich tiefer, nämlich bei 5 bzw. 15 Prozent. Dies ist angesichts des Fachkräftemangels in Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik eine unbefriedigende Situation.
Im Rahmen eines vom Bund unterstützten Gender-Projekts hat die FFHS bereits diverse Massnahmen getroffen, um den Frauenanteil zu erhöhen. So wurden die Module auf Genderkonformität hin überprüft, frauenspezifische Seminare durchgeführt, und die FFHS hat versucht, vermehrt Frauen als Dozierende zu gewinnen. Die Einführung einer reinen Frauenklasse ist ein weiterer Schritt der FFHS, um mehr Frauen zu einem Studium im Informatik-Bereich zu bewegen. Die Klasse wird – sofern die Nachfrage genügend gross ist – im August 2012 starten. Lernziele und Bedingungen sind in der Frauenklasse dieselben wie in den übrigen Klassen. Nach einer Einstiegsphase von zwei bis drei Semestern werden die Klassen zusammengelegt.
«Mit einer Frauenklasse wollen wir einen zusätzlichen Anreiz schaffen und die Schwelle für ein Informatikstudium weiter senken», so Kurt Grünwald, Direktor der FFHS. «Denn unsere flexible Methode, die ein Studium neben Beruf und Familie erlaubt, und genderkonforme Lerninhalte alleine reichen offenbar nicht aus, um mehr Frauen zu einem Informatik-Studium zu bewegen.»

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