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200'000 Studierende an den Hochschulen gegen 2012

Neuchâtel, 02.06.2008 (BFS) - Das Bundesamt für Statistik (BFS) stellt seine neusten Szenarien für das gesamte Bildungssystem vor. In den kommenden Jahren dürften die folgenden wesentlichen Entwicklungen zu erwarten sein: Wiederanstieg der Schülerzahlen auf der Vorschulstufe ab 2009 (ab 2013 auch auf der Primarstufe); kontinuierlicher Rückgang der Anzahl Schülerinnen und Schüler auf der Sekundarstufe (-10% auf der Sekundarstufe I und -7% auf der Sekundarstufe II von 2007 bis 2017); deutlicher Anstieg der Zahl der Studierenden an den Hochschulen (200'000 Studierende gegen 2012; +13% im Vergleich zu 2007).

Was die Lehrkräfte anbelangt, werden die Pensionierungen auf der Ebene der obligatorischen Schule voraussichtlich stark zunehmen und die Gesamtzahl der Abgänge im Verlauf der nächsten zehn Jahre um 10 Prozent ansteigen lassen. Bis 2011 wird auch eine grosse Zahl der Professorinnen und Professoren der universitären Hochschulen in den Ruhestand treten (pro Jahr eine Pensionierung auf 30 Professoren).

Ende der Abnahme der Schülerzahlen in der Primarschule in fünf Jahren

Von 2003 bis 2007 stieg die Geburtenzahl wieder an, und gemäss dem 2008 aktualisierten Referenzszenario zur demografischen Entwicklung könnte dieser Trend in den kommenden Jahren anhalten. Demzufolge dürften die Schülerbestände auf der Vorschulstufe bis mindestens 2013 ansteigen. Im Vergleich zu 2007 wird der Anstieg mindestens 7 Prozent betragen. Falls jedoch bis 2013 für alle Kinder ab vier Jahren ein Vorschulbesuch von zwei Jahren Dauer eingeführt wird, wird die Zunahme 14 Prozent betragen.

Auf der Primarstufe werden die Schülerzahlen bis 2012 voraussichtlich noch zurückgehen (2007 bis 2012: -4% bis -5%). Anschliessend dürften sie auf Grund der demografischen Entwicklung und der möglichen Herabsetzung des Eintrittsalters für die Primarstufe wieder zunehmen (2013 bis 2017: ca. +3%).

Auf der Sekundarstufe I wird die Anzahl Schülerinnen und Schüler in den kommenden zehn Jahren wahrscheinlich kontinuierlich sinken (2007 bis 2017: -10%). Es ist davon auszugehen, dass auf allen Stufen grosse regionale Unterschiede zu verzeichnen sein werden.

Was die Lehrerschaft anbelangt, ist damit zu rechnen, dass eine schrittweise Zunahme der Pensionierungen von Lehrkräften der beiden Stufen erfolgen und damit die jährliche Zahl der Abgänge um 10 Prozent ansteigen wird. Ausserdem wird sich auch die erwartete Trendwende bei den Schülerzahlen der Primarstufe auf die Rekrutierung der Lehrkräfte auswirken. Insgesamt wird der Bedarf an neuen Lehrkräften für die Primarstufe ab 2010 voraussichtlich ansteigen und könnte ab 2014 um 20 Prozent über dem derzeitigen Wert liegen. Auf der Sekundarstufe I wird der Bedarf an neuen Lehrkräften wahrscheinlich auch künftig auf dem derzeitigen Niveau liegen.

Sekundarstufe II: ein deutlicher, aber uneinheitlicher Rückgang nach 2008

Die Zahl der Eintritte in die Sekundarstufe II dürfte 2008 mit 129'000 Lernenden ihren Höhepunkt erreichen (+0,2% im Vergleich zu 2007). Danach wird voraussichtlich die Abnahme der Zahl der Abgängerinnen und Abgänger der obligatorischen Schule Wirkung zeigen. Der für den Zeitraum 2008 bis 2017 erwartete Rückgang beträgt insgesamt etwa 11%, wobei er recht uneinheitlich zum Ausdruck kommen dürfte. Angesichts der in den letzten Jahren festgestellten Tendenzen wie des vermehrten Besuchs von allgemeinbildenden Schulen könnten gewisse Eintretendenbestände verhältnismässig stabil bleiben. So könnten die Erstjahresbestände der gymnasialen Maturitätsschulen in den kommenden zehn Jahren rund 24'000, jene der Fachmittelschulen 5700 und jene der Übergangsausbildungen 18'000 betragen. In der Berufsbildung dagegen könnten die Erstjahresbestände bis 2017 auf 68'000 zurückgehen (-16% im Vergleich zu 2008), wobei grosse regionale Unterschiede bestehen dürften.

Die Zahl der Abschlüsse dürfte 2011 ihren Höhepunkt erreichen und sich in der Folge parallel zu den Beständen der Eintritte entwickeln. Bis 2011 wird die Zahl der gymnasialen Maturitäten voraussichtlich über 19'000 (+10% im Vergleich zu 2007) und jene der Berufsmaturitäten rund 12'000 betragen (+8% bis +18% je nach Szenario).

200'000 Studierende an den Hochschulen bis 2012

Die wichtigste Neuerung des kommenden Studienjahres ist die allgemeine Einführung der Masterstudiengänge an den Fachhochschulen (FH). Die tatsächliche Entwicklung der Zahl der Studierenden in diesen Masterstudiengängen ist noch ungewiss, doch es können zwei Möglichkeiten in Betracht gezogen werden. Im ersten Fall halten sich die Übertritte nach dem FH-Bachelor zum FH-Master in Grenzen, und die Zahl der Studierenden auf der Masterstufe erreicht mittelfristig einen Stand von 8000. Im zweiten Fall erfolgen mehr Übertritte vom FH-Bachelor zum FH-Master, was in etwa den Verhältnissen entspräche, die beispielsweise in Deutschland herrschen. In diesem Fall würde die Zahl der Masterabschlüsse im Zeitraum 2010 bis 2017 auf einem Niveau von 10'000 bis 12'000 liegen.

Die Zahl der Studierenden an den Schweizer Hochschulen dürfte im Studienjahr 2008/2009 um etwa 5000 steigen und so ein Niveau von 182'500 erreichen (universitäre Hochschulen (UH): +2500, FH und pädagogische Hochschulen: +2500). Gegen 2012 wird voraussichtlich das Niveau von 200'000 Studierenden erreicht. Auf Grund der demografischen Entwicklung, der festgestellten Entwicklungen auf der Sekundarstufe II und der Attraktivität der Masterstudiengänge für Studierende aus dem Ausland dürfte die Zunahme der Studierenden an den UH mindestens bis 2012 anhalten (durchschnittlich +2,2% bis +2,4% pro Jahr).

Die zunehmende Internationalisierung der UH wird selbstverständlich auch die Doktorandenstufe und die Professorenschaft betreffen. So dürfte der Anteil der ausländischen Professorinnen und Professoren ab 2011 über 50 Prozent betragen. Die Anzahl Pensionierungen der Professorinnen und Professoren der UH dürfte bis 2011 weiterhin auf einem hohen Niveau liegen (durchschnittlich eine Pensionierung auf 30 Professoren pro Jahr, ab 2013 eine Pensionierung auf 40 Professoren).